Alter Dialekt der Gießener: Manisch wird Unesco-Kulturerbe
Alter Geheim-Dialekt aus Gießen - Manisch wird Unesco-Kulturerbe
Kennen Sie Manisch? Die meisten Gießener und Gießenerinnen kennen den alten Dialekt oder zumindest ein paar Worte davon. Das Manische ist jetzt zum Imaterielles Kulturerbe der UNESCO ernannt worden, als Teil der sogenannten „Rotwelsch-Dialekte".
Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher freute sich: "Das ist eine latscho Nachricht für Gießen! Manisch ist längst ein Identifikationsmerkmal und ein Alleinstellungsmerkmal für und in unserer Stadt geworden.
Reiz der ursprünglichen Geheimsprache
Wer zuziehe, so Becher, brauche nicht lange, um den Reiz dieser ursprünglichen Geheimsprache zu verspüren. Eingesetzt für die Anerkennnung hatte sich auch Mário Jorge Alves vom Museum für Gießen. Besonders in den vergangenen Jahrzehnten, so hatte das Museum begründet, habe sich das Gießener Manisch zu einem Identifikationsmerkmal entwickelt. Wer hieraus Ausdrücke oder Sprüche kenne, gehöre dazu.
Manisch auf Taschen, Bechern, T-Shirts
Auch der OB erinnerte daran, dass Manisch bei fast jedem Namensgebungswettbewerb eine Rolle spielt. Nicht umsonst nennt sich eine Basketballmannschaft nach einem Wettbewerb „Gießener Rackelos", also Gießener Jungs. Überall in der Stadt finden sich Spuren des Manisch auf großflächigen Graffitis, auf T-Shirts und Kappen, auf Tassen und Postkarten mit Manisch-Deutsch Übersetzungen, in Kreuzworträtsel und Songs von diversen Gießener Musikern und Bands, auf Speisekarten von Imbissbuden oder bei Stadtteilrundgängen durch die Gießener „Gummiinsel" - einer Heimat des Manischen.
Daueraustellung im Museum für Gießen
OB Becher will diese Auszeichnung auch als Auftrag verstanden wissen, das Manische in Gießen zu pflegen. Das Museum für Gießen will dem Manischen einen besonderen Platz einräumen, mit einer Dauerausstellung, in der die Geheimsprache hörbar gemacht wird.

