7 Tatverdächtige in Hessen - Kinderporno-Plattform KidFlix zerschlagen
Schlag gegen kinderpornografische Streaming-Plattform im Darknet: Hessische Strafverfolgungsbehörden beteiligen sich an internationalen Ermittlungen (Symbolfoto).
Das ist ein weltweiter Riesen-Schlag gegen Kinderpornografie: Internet-Ermittler haben die illegale Streaming-Plattform „Kidflix“ abgeschaltet und in ganz Deutschland mehr als 100 tatverdächtige Nutzer ermittelt. Auch bei uns in Hessen.
Es gab laut Hessischem Landeskriminalamt (LKA) Durchsuchungen bei sieben Männern. Sie stehen im Verdacht, Nutzer der Streaming-Plattform "KidFlix" gewesen zu sein. Es handelt es sich um Männer im Alter von 22 bis 42 Jahren aus den Städten Wiesbaden und Darmstadt sowie aus den Landkreisen Groß-Gerau, Main-Kinzig, Offenbach und Kassel.
Laptops und Handys sichergestellt
Gegen die Beschuldigten in Hessen wird wegen des Verdachts der Verbreitung, des Erwerbs und des Besitzes kinderpornografischer Inhalte ermittelt. Bei Wohnungsdurchsuchungen wurden 141 Gegenstände wie Laptops, Tablets, USB-Sticks, Speicherkarten und Smartphones sichergestellt. Insgesamt hat der Fall aber weltweite Dimensionen.
Mehr als 90.000 Videos
So führte seit Anfang 2022 die bayerische Polizei Ermittlungen gegen die Darknet-Plattform "KidFlix" durch. Im Gegensatz zu anderen Plattformen ermöglicht „KidFlix“ das Streamen von Videos, die teilweise den schweren sexuellen Missbrauch von Kindern zeigen. Nutzer konnten nach einer Registrierung und Bezahlung mit Kryptowährungen auf über 91.000 Videos zugreifen. Die Ermittlungen, unterstützt von den Niederlanden und der Schweiz, richteten sich gegen die Betreiber und etwa 190.000 registrierte Nutzer.
Bis zu 1,8 Millionen User
Insgesamt liegt deren Zahl aber viel höher: Nach Angaben des bayrischen LKA waren ca. 1,8 Millionen Nutzer weltweit im Zeitraum von April 2022 bis jetzt zumindest zeitweise angemeldet.
Ermittlungen gegen Verdächtige weltweit
Durch die Analyse von Zahlungsspuren konnten bisher weltweit - trotz Verschleierungsmethoden - 1.393 Verdächtige identifiziert werden. Die Ermittlungen beinhalteten auch die unmittelbare Unterstützung von Opfern. Sobald Hinweise auf misshandelte Kinder bekannt wurden, griffen die Behörden schnell ein. Dies führte zu mehreren Festnahmen in Deutschland. Zum Beispiel wurde ein 36-jähriger Mann in Chemnitz festgenommen, der mutmaßlich seinen Sohn misshandelt hat. Zudem wurde in Hannover ein Verdächtiger festgenommen, bei dem belastendes Material gefunden wurde.
Koordinierte internationale Operation
Am 10. März 2025 führten Bayern und Europol koordinierte Durchsuchungen durch. Dabei wurden zahlreiche Datenträger und Beweise sichergestellt. Deutschlandweit gab es 96 Durchsuchungen in 13 Bundesländern. Die Operation „OP Stream“ erstreckte sich vom 10. bis 23. März 2025 und involvierte 38 Länder, darunter Deutschland, die USA, und viele europäische Länder.
Operation deckt internationales Netzwerk auf
Die Operation ist Teil einer breit angelegten internationalen Anstrengung zur Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern im Internet. Trotz der Ermittlung und die strafrechtliche Verfolgung von Nutzern bleibe die Identifizierung der Betreiber der Plattform „KidFlix“ eine fortlaufende Herausforderung, so die Internet-Fahnder. Die Ermittlungen dauern an.