Heuschnupfen-Alarm - Diese Pollen sind in Hessen unterwegs
Die Augen jucken, die Nase läuft: In Hessen macht die Heuschnupfen-Saison vielen Menschen das Leben schwer. Welche Pollen gerade für Allergiker besonders unangenehm sind.
Frühlingshafte Temperaturen bringen in Hessen derzeit die Natur zum Erblühen - und zum Leidwesen von Allergikerinnen und Allergikern auch Pollen in Umlauf. "Während die Blütezeit von Hasel und Erle schon wieder abklingt, nehmen jetzt besonders Eschen- und Birkenpollen zu", sagte die Meteorologin Christina Endler vom Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD).
Mäßige bis starke Belastung in Frankfurt
Aktuell sei die Pflanzenentwicklung im südlichen Teil Hessens schon weiter vorangeschritten als im Norden. "Im Frankfurter Raum gibt es schon eine mäßige bis starke Belastung." Aber auch in Nordhessen beginne die Blüte. In der kommenden Woche erwartet Endler dann hessenweit eine Belastung von Esche und Birke im mittleren bis hohen Bereich. Bei den Hauptallergiearten folgten auf Birke und Esche dann Ende April oder Anfang Mai die Gräser.
Gute Bedingungen für Pollenflug
"Bei der Esche befinden wir uns jetzt schon voll in der Hauptblütezeit, bei der Birke beginnt diese gerade", sagte auch Matthias Werchan von der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst. Die nächsten trockenen Tage böten gute Bedingungen für den Pollenflug. Im April beginne die pollenintensivste Zeit des Jahres, in der zu Birke und Esche noch weitere Pollen etwa der Hainbuche, der Eiche und der Buche hinzukämen, erläuterte der Landschaftsökologe.
Nachfrage nach Heuschnupfenmitteln steigt
Dementsprechend hat nach Angaben des Hessischen Apothekerverbands auch die Nachfrage nach Heuschnupfenmitteln in den vergangenen Tagen rasant zugenommen. "Cortisonhaltige Nasensprays beispielsweise werden von zahlreichen Apotheken bereits wieder nachbestellt, da die Nachfrage für Anfang April höher ausfällt als in den Vorjahren", sagte Pressesprecher Alexander Schopbach.
Birkenblüte in diesem Jahr etwas schwächer
Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es für Allergikerinnen und Allergiker: Die Blüte der Birke wird laut Werchan in diesem Jahr wahrscheinlich insgesamt schwächer ausfallen als im vergangenen Jahr, in dem sie sehr stark war. "Trotzdem werden voraussichtlich viele Tage mit hohen Belastungen anstehen."
Längerer Saison durch Klimawandel
Galten die Wintermonate früher als Verschnaufpause für Allergiker, beobachten Fachleute mittlerweile, dass sich wegen des Klimawandels beinahe die Zeiten überschneiden, in denen die letzten Pollen der Vorsaison verschwinden und die ersten der neuen Saison auftauchen. So seien die ersten Pollen von Hasel und Purpurerle bereits zum Jahreswechsel unterwegs gewesen, erläuterte Werchan.
"Die Phase, in der keine Pollen in der Luft sind, ist relativ kurz geworden." Sie erstrecke sich inzwischen in der Regel noch von Ende Oktober bis Anfang Dezember.
Die aktuelle Pollensaison sei später als im Vorjahr und zu einem üblichen Zeitpunkt gestartet. Im Jahr 2024, in dem es den mildesten Februar seit Aufzeichnungsbeginn in ganz Deutschland gegeben habe, sei ein deutlicher Pollenflug bereits drei Wochen früher zu beobachten gewesen, sagte der Landschaftsökologe.
Tipps für Heuschnupfengeplagte
Allergikerinnen und Allergikern rät die Meteorologin Endler, draußen Sonnenbrille und Kopfbedeckung zum Schutz von Augen und Haar zu tragen und ihre Umgebung allergenarm zu gestalten. "Um die Pollen nicht in das Wohn- oder Schlafzimmer zu tragen, sollte die Kleidung etwa beim nach Hause kommen im Eingangsbereich gewechselt werden", sagte die Meteorologin.
Sie empfiehlt zudem, Wäsche besser nicht draußen zum Trocknen aufzuhängen. Die Haare sollten vor dem Schlafengehen gewaschen werden. Auch Nasen- und Gesichtsduschen könnten Linderung bringen. Zudem sei es wichtig, ausreichend Wasser zu trinken, um die Nasenschleimhäute zu befeuchten.
Die Symptome von Heuschnupfen unterscheiden sich laut dem Apothekerverband durch juckende Augen und Schleimhäute von denen einer Erkältung. "Es ist wichtig, auch eine solche Allergie zu therapieren, um einen sogenannten Etagenwechsel zu vermeiden, bei dem aus einem Heuschnupfen auch ein Asthma werden kann", betonte Schopbach. Grundsätzlich empfehle es sich, bei schweren Symptomen in jedem Fall zum Arzt zu gehen.